2. September 2016 Wolfgang

Jubiläumsweg (Remix)

Sollte ich auf den Hochvogel oder lieber den Jubiläumsweg gehen? Einfach die schnellen Schuhe angezogen und schon konnte ich aus dem ‚oder‘ ein ‚und‘ machen.

Ehe ich mich versah, saß ich im Bus von Hinterstein ans Giebelhaus. Dort angekommen ging es über das Prinz-Luitpold-Haus zunächst auf dessen Hausberg, den Wiedemerkopf. Den Gipfel teilte ich mir nur mit einer Handvoll Edelweiß – so gefällt mir das.

Über das Luitpold-Haus nahm ich danach den langen Aufstieg zur Kreuzspitze auf mich. Die paar Klettersteigeinlagen machten das Ganze kurzweiliger und schon bald stand im am Gipfel. Von diesem hatte ich aber nur Augen für eines: den Hochvogel.

Einer der formschönsten Allgäuer Berge und dann überragt er seine Umgebung auch noch derart majestätisch – da hat die Tektonik in den letzten paar tausend Jahren einiges richtig gemacht. Relativ zügig erreichte ich den Gipfel und genoss das großartige Panorama.

Über den Kalten Winkel und die Balkenscharte gelang ich alsbald auf den Jubiläumsweg. Den weglosen Südanstieg auf den Lahnerkopf bereute ich auch wieder recht schnell, diese bröseligen Grasschrofen sind nicht so meine Welt. Egal, auf den Gipfel kam ich auch so.

Von dort lachte mich der endlos wirkende Grasgrat zum Älpelekopf an. Trotz ungünstiger Kombination von hüfthohem Gras und Zeckenphobie machte ich mich auf den Weg und erreichte nach einigem auf und ab den schönen Gipfel, der eine neue Perspektive auf den Schrecksee bot.

Ebendieser war mein nächstes Ziel. Einmal Katzenwäsche und weiter ging es Richtung Rauhhorn. Der lange Anstieg ist ohnehin schon nicht ohne, wurde aber kurzzeitig durch dunkle Wolken und starken Wind so richtig spannend.

Ich beeilte mich so gut es ging und legte die Höhenmeter 2.900 bis 3.130 zügiger zurück als mir lieb war. Am Gipfel dann Entwarnung – der aufkommende Nebel war auch wirklich nur das. Dennoch schnell weiter und nach einer knappen Stunde stand ich an der Willersalpe.

Das dort sehnlichst erwartete Skiwasser war zwar teuer, dafür aber auch eklig. Ich bin mir ziemlich sicher ‚Spülwasser‘ bekommen zu haben – anders kann ich mir den Schaum nicht erklären. Egal, ein kurzer Downhill ins Tal und nach 38 Kilometern und 3.200 Höhenmetern war ich wieder am Auto.

Ich bilde mir ja häufiger mal ein, dass die Touren, die ich mache, eher selten genau so begangen werden. Bei der heutigen Tour würde ich sogar darauf wetten. Falls jemand diese Gipfel schon mal an einem Tag gemacht hat, bitte melden. Es gibt Pizza, gratis.

Alles in allem eine schöne, etwas zu lange, erstaunlich einsame Tour über den Jubiläumsweg und einige der daran liegenden ikonischen Allgäuer Gipfel.

Bilder

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Strecke

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