27. August 2016 Wolfgang

Auf dem Dach des Allgäus

Nach der epochalen Höfats-Tour, war es gar nicht so einfach eine würdige Tour zu finden. Aber nachdem ich dieses Jahr noch gar nicht im Allgäuer Hauptkamm unterwegs war, fiel meine Wahl auf den Heilbronner Weg. Es versteht sich von selbst, dass es nicht dabei blieb. 😉

Zum dritten Mal in dieser Woche klingelte mich der Wecker vor 5 Uhr aus dem Schlaf. Bei diesem Wetter und diesen Touren fällt das Aufstehen aber sehr leicht, ist die Vorfreude doch immer groß.

Um kurz vor 7 Uhr nahm ich den ersten Bus vom Renksteg-Parkplatz nach Birgsau. Von dort ging es in 1:40 Stunden über die Enzianhütte zur Rappenseehütte, wo das erste Skiwasser des Tages fällig war.

Eine dreiviertel Stunde später stand ich dann auch schon auf dem Hohen Licht, dem mit 2.652 Metern zweithöchsten Punkt des Allgäus. Nach einer kurzen Rast lief ich weiter in Richtung des Heilbronner Wegs.

Ein sonniger Samstag im August ist natürlich nicht der ideale Zeitpunkt für dessen Begehung, aber ich kam recht schnell und flüssig an den überwiegend verständnisvollen Wanderern vorbei.

Schon bald waren Steinschartenkopf und Bockkarkopf überschritten und ich machte mich über die traurigen Überreste des Schwarzmilzferner Gletschers auf zur Mädelegabel.

Verglichen mit der Höfats kam mir heute alles wahnsinnig flach vor, so auch die mächtige Felsgestalt der Mädelegabel. Am Gipfel war weniger los als auf der gegenüber liegenden Trettach – auch eher selten.

Ich überlegte noch, ob ich den Kratzer mit einbauen sollte, aber nachdem ich keinen geeigneten Einstiegspunkt fand, lief ich an ihm vorbei und hatte dabei schon mein nächstes Ziel im Kopf:

Den Großen Krottenkopf! Nochmal fünf Meter höher als das Hohe Licht und damit der höchste Punkt des Allgäus. Leider machte sich jetzt die Hitze und meine geringen Wasservorräte bemerkbar.

In deutlich gemäßigterem Tempo kämpfe ich mich hoch, zwischendurch immer wieder von leichten Bauchkrämpfen geplagt. Gepaart mit den Temperaturen war da jeder Bach eine willkommene Abkühlung.

Aber genau das liebe ich so am Trailrunning: Intensivität. Anstrengung. Demut. Zwei Stunden lang konnte ich an nichts schöneres als eine Dusche und ganz viel Skiwasser denken.

Endlich an der Kemptner Hütte angekommen, wurden meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Das Skiwasser rettete mich nicht nur, es schmeckte wie ein Geschenk des Himmels. Alle drei. 😉

Nach einer witzigen Unterhaltung mit einer coolen Truppe, auf die ich heute mehrfach traf, stand noch der Downhill nach Spielmannsau an. Der letzte Bus fuhr um 18:10 Uhr, um 17:10 Uhr machte ich mich auf den Weg.

Meine eigene Hybris wurde mir fast zum Verhängnis, aber ich schaffte es noch zwei Minuten vor Abfahrt zum Bus, der mich 15 Minuten später an meinem Auto raus gelassen hat.

Somit stand ich heute auf 5 der 10 höchsten Allgäuer Gipfel und habe endlich mal wieder den Heilbronner Weg absolviert. Alles in allem ein nahezu perfekter Tag in den Bergen – es hätte kaum schöner sein können!

Bilder

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Strecke

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