25. August 2016 Wolfgang

Höfats

Die Höfats war für mich schon immer mehr Mysterium als ernsthaftes Gipfelziel – zu steil, zu imposant, zu ausgesetzt ist die Königin der Grasberge. Bis heute.

Mit ihren vier Gipfeln, ihren steilen Grasflanken und ihrer einzigartigen Erscheinung ist die Höfats für mich der schönste Allgäuer Berg. Der Wunsch ihr einen Besuch abzustatten war da seit ich sie das erste Mal sah. Der Wunsch am Leben zu bleiben war aber immer größer.

Dank viel Zeit in den Bergen und einem daraus resultierenden Lernprozess, war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich nicht für das eine oder das andere entscheiden musste. Die Höfats zu besteigen und am Leben zu bleiben waren keine sich gegenseitig ausschließenden Ziele mehr.

So machten sich Ralf, Patrick und ich heute spontan auf den Weg. Das aktuelle Traumwetter bot beste Bedingungen. Mit dem Rad ging es von Oberstdorf über das Oytalhaus zur Käseralpe. Von dort zu Fuß und durch den Dschungel hinaus zum Älpelesattel.

Die dortige Natur und Landschaft zu beschreiben fällt schwer und ich kenne auch keinen Ort, den ich als vergleichbar bezeichnen würde. Spätestens am Älpelesattel fragt man sich Angesichts der Steilheit des Ostgipfels der Höfats, ob eine Besteigung den prinzipiell überhaupt möglich ist.

Der Weg hinauf wird zunehmend steiler und schmaler. Man ist erstaunlich viel in erstaunlichem festem Fels unterwegs. Die Blicke in alle Richtungen sind beeindruckend, vor allem aber immer wieder der zu der bevorstehenden Himmelsleiter nach oben.

Und plötzlich ist sie da, die viel zitierte Gipfelplatte. Ein Felskonstrukt im II. Grad, das vor allem aufgrund seiner Ausgesetztheit die Schlüsselstelle der Tour bildet. Mit zitternden Knien und gutem Zureden überwinde ich sie schließlich und stehe zu meiner Überraschung auf der Höfats.

Glücklich, oben zu sein und besorgt, wieder runter zu müssen. Es folgt eine ausführliche Gipfelrast mit tollen Panoramen soweit das Auge reicht. Dann geht es wieder auf dem selben Weg zurück. Die Gipfelplatte bereitet im Abstieg erfreulich wenige Probleme und Erleichterung macht sich breit.

Über den Älpelesattel gehen wir noch einmal in Richtung Rauheck, ehe wir dann zum Eissee abbiegen. Ralf und Patrick wissen nun auch, wieso der See so heißt. Anschließend führt uns ein schmaler Pfad durchs Kar zurück zur Käseralpe und bietet immer wieder tolle Blicke auf die Höfats.

Wir erfrischen uns und machen uns anschließend mit den Rädern wieder hinab nach Oberstdorf, wo wir schon bald glücklich und zufrieden ankommen. So findet ein großartiger Tag auf und rund um den schönsten Allgäuer Gipfel bei einem Eis sein perfektes Ende.

 

Bilder

CIMG2202.JPGCIMG2209.JPGCIMG2221.JPGCIMG2223.JPGCIMG2231.JPGCIMG2241.JPGCIMG2253.JPGCIMG2232.JPGCIMG2259.JPGCIMG2265.JPGCIMG2271.JPGCIMG2284.JPGCIMG2298.JPG
Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0

Comment (1)

Comments are closed.