22. April 2016 Wolfgang

Einstein

Die Wetterprognosen waren eindeutig: Heute nochmal sonnig und warm, ab dem Wochenende wieder regnerisch und kalt. Im Endeffekt also eine Aufforderung, nochmal in die Berge zu gehen. Also ging ich.

Genauer gesagt lief ich. Jedenfalls so gut ich konnte, nach einer Woche verletzungs- und witterungsbedingter Laufpause. Das Tannheimer Tal war gesetzt und nachdem ich noch zweieinhalb Stunden Helligkeit hatte, durfte es auch länger sein, als kurz auf den Aggenstein hinauf zu laufen.

So fiel meine Wahl auf Pirschling, Schönkahler und – wenn alles passte – den Einstein. Am Gasthof Zugspitzblick in Zöblen angekommen, fragte mich eine auffallend bunt und hip angezogene Frau gehobenen Alters, die ihre Katze an einer Leine spazieren führte, warum ich das denn um die Uhrzeit noch mache.

Meine Antwort war so kurz wie überheblich: „Weil ich es kann.“ Dies sei eine typische Männerantwort, entgegnete sie mir schon fast anklagend und meinen scherzenden Unterton ignorierend. „Und weil es für mich kaum etwas Schöneres gibt.“ Diese Ergänzung schien sie seufzend zu akzeptieren und verschwand mitsamt ihrer Katze.

Ich machte mich auch auf den Weg und genoss die angenehmen Temperaturen. Nach ca. 45 Minuten war ich über den Pirschling zum Schönkahler gelangt. Dabei lag gerade in den beiden nordseitigen Abstiegen noch erstaunlich viel Schnee. Am einsamen Gipfelkreuz genoss ich das Panorama und machte mich weiter in Richtung Einstein.

Eine knappe Stunde später war ich auf dessen Gipfel angekommen. Die Sonne verschwand diffus am Horizont und ich beeilte mich, um auf meinem Rückweg nicht auf die Hilfe der Stirnlampe angewiesen zu sein. Eine gute halbe Stunde später war ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Wie sich zeigte, lag ich heute mal mit beiden Antworten richtig.

Bilder

Datei_001.jpgDatei_002.jpgDatei_003.jpgDatei_004.jpgDatei_007.jpgDatei_006.jpgDatei_005.jpgDatei_008.jpg

Strecke

Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0